Bio im Vergleich zu Konventionell

Bio Produkte sind mittlerweile fester Bestandteil einer modernen, gesunden und ausgewogenen Ernährung. Doch was genau sind eigentlich die Unterschiede zu konventionellen Produkten?
Nachfolgend haben wir die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für Sie auf einen Blick zusammengestellt.

  • Bio-Obst und -Gemüse ist im Durchschnitt deutlich geringer mit Pestiziden belastet, als konventionelles Obst und Gemüse. Im Rahmen einer Studie wurden ca. 450 konventionelle und biologische Lebensmittel auf Rückstände von Pestiziden untersucht. Die biologischen Proben enthielten im Durchschnitt 0,011 mg/kg Pestizide, die konventionellen 0,84 mg/kg.
  • Bio-Lebensmittel enthalten im Durchschnitt mehr wertgebende Inhaltsstoffe, als konventionelle Lebensmittel. Nachfolgend nur einige wenige Ergebnisse: Die Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen – dazu gehören z.B. Phenole, Lycopin, Flavonoide, Beta-Carotin – können um 10 – 50% höher eingeschätzt werden, als die konventioneller Lebensmittel. So wiesen z.B. Bio-Äpfel in Untersuchungen um 19% höhere Phenolwerte auf. Bio-Trauben zeigten einen um 26% höheren Reservatrolwert (Phenol in der Schale roter Trauben). Bio-Kartoffeln hatten in Studien einen signifikant höheren Anteil an Polyphenolen, dafür aber geringere Solaningehalte. Die Gehalte von Flavonoiden waren fast verdoppelt. Biologisch gedüngte Tomaten wiesen deutlich höhere Lycopingehalte auf. Die Gehalte an Beta-Carotin bei Karotten waren um 12% höher.
  • Bio-Obst und -Gemüse enthält mehr Vitamine. Studien weisen darauf hin, dass die besondere Anbauweise im biologischen Landbau sich positiv auf den Vitamingehalt der landwirtschaftlichen Erzeugnisse auswirkt. So enthielt z.B. Bio-Weißkraut um 30% erhöhte Vitamin C-Werte. Auch organisch gedüngte Bio-Tomaten oder Bio-Äpfel zeigten deutlich höhere Vitamin C-Werte. Die Ergebnisse kommen zustande, da im konventionellen Anbau häufig mit hohen Stickstoffabgaben über künstliche Düngemittel gearbeitet wird.
  • Bio-Obst und Gemüse enthält Studien zufolge mehr Mineralstoffe und weniger Schwermetalle. So enthielten Bio-Zwiebeln deutlich höhere Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen. Auch Bio-Kartoffeln enthielten deutlich höhere Mengen dieser wichtigen Inhaltsstoffe, aber niedrigere Gehalte des schädlichen Schwermetalls Cadmium
  • Bio-Gemüse enthält häufig weniger Wasser. Gemessen wird dies anhand der Trockenmassegehalte. Bio-Gemüse wächst häufig langsamer, weil es nicht mit stark treibenden künstlichen Düngemitteln behandelt wird. Daraus ergibt sich ein geringerer Wassergehalt.
  • Bio-Gemüse speichert deutlich geringere Mengen an Nitrat. Im Bio-Landbau ist es Ziel, mit der Düngung die Tätigkeit des Bodenlebens zu fördern. Die Zufuhr von Stickstoff darf nur mit organischen Düngern erfolgen, d.h. chemisch-synthetische Stickstoffdünger und leicht lösliche Phosphate sind untersagt. Insgesamt wird Bio-Gemüse somit in der Regel weniger Stickstoff zugeführt, als konventionellem Gemüse.
  • Biofleisch und Bio-Milch haben häufig einen höheren Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die positiven Ergebnisse resultieren vermutlich aus den guten Haltungsbedingungen der Tiere. So ist in vielen Gräsern und Pflanzen Linolsäure enthalten, die die Bio-Tiere beim Weidegang intensiv zu sich nehmen. Da Bio-Tiere langsamer wachsen, ist der Anteil an intramuskulärem Fett beim Bio-Tier geringer, der Anteil an ungesättigten Fettsäuren im Fettgewebe jedoch höher.
  • Bio-Obst und –Gemüse schmeckt besser. In vielen Verkostungstests erhalten organisch gedüngte Proben bessere Bewertungen. Die im konventionellen Landbau gängige mineralische Düngemittelsteigerung beeinflusst den Geschmack negativ.. Außerdem wirkt sich der generell niedrigere Wassergehalt biologischen Obstes und Gemüses positiv auf die Konzentration von Geschmacks- und Aromastoffen aus.
  • Bio-Tiere werden artgerecht gehalten. Die Haltungsvorschriften im Bio-Landbau sind deutlich strenger als in der konventionellen Tierhaltung. So gelten hohe Standards für den vorzuhaltenden Platz je Tier sowie für den Auslauf (Weidegang). Bio-Tiere haben auch deutlich mehr Zeit zu wachsen und werden später geschlachtet als konventionelle Tiere. Die Futtermittel sind ebenfalls streng reglementiert und müssen sich an den natürlichen Bedürfnissen der Tiere orientieren. Die Fütterung mit gentechnisch veränderten Futtermitteln ist untersagt. All dies zusammengenommen führt zu Fleisch- und Milchprodukten von höchster Qualität.
  • Bio-Eier, -Fleisch und Milch zeigen deutlich geringere Pestizid- und Antibiotika-Rückstände. Der Einsatz von Antibiotika Coccidiostatika und anderer Arzneimittel sowie sonstiger wachstums- oder leistungsfördernder Stoffe ist in der ökologischen Tierhaltungen untersagt. Ausnahmen bei der Krankheitsbehandlung sind in der Bio-Verordnung klar und streng reglementiert und verlangen die Einhaltung der doppelten Wartefrist.
  • Der Einsatz von Gentechnik ist untersagt. Im Bio-Landbau dürfen keine transgenen Pflanzen oder entsprechendes Saatgut eingesetzt werden. Auch transgene Tiere sind verboten. Die Fütterung mit gentechnisch veränderten Futtermitteln ist ebenfalls untersagt. Somit bieten Bio-Erzeugnisse das heute mögliche Höchstmaß an Sicherheit vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln.
  • Bio-Lebensmittel sind frei von Bestrahlung. Die Anwendung so genannter Keimhemmungsmittel sowie Bestrahlung ist bei Bio-Lebensmitteln grundsätzlich verboten.

 

Weitere Informationen:
Ist Bio wirkliche besser? Faktensammlung zur Qualität biologisch erzeugter Lebensmittel.
Claus Holler, Bio-Austria.
www.bio-austria.at